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WAS AUS GEAR MAL WERDEN KANN

WAS AUS GEAR MAL WERDEN KANN

Ziel dieses „Guides“ ist, es einen Einblick in verschiedene Möglichkeiten von zusammengestellten Ausrüstungs-Kits zu vermitteln.

Ich bin mir bewusst, dass es eine Unzahl von Kram in einer schier unerschöpflichen Anzahl von Möglichkeiten der Zusammenstellung gibt. Zudem entwickelt sich der Ausrüstungssektor weiter und es kommen nahezu täglich neue Dinge hinzu.

Daher kann dieser Guide nur ein Ausschnitt sein, der insbesondere durch die Vorlieben des Autors eingefärbt ist.

Da der Markt der Airsoftwaffen mindestens genauso unübersichtlich ist, werde ich nicht sehr auf Waffenmodelle eingehen, da dies sonst den Rahmen sprengen würde.

Anfänger:

Aller Anfang ist schwer und der Markt völlig unübersichtlich.

Viele Airsoft-Anfänger beginnen mit gebrauchter Flecktarn-Kleidung (Hose und Feldjacke) der Bundeswehr, dazu Paintballmaske (die noch irgendwo übrig war).

Leider wird man dadurch von anderen Spielern sehr schnell auch als Anfänger abgestempelt. Insbesondere, wenn man dann noch ein Standard-M4-Modell als Waffe bespielt, denn Bundeswehr-Tarnmuster und US-Knarre passen schon rein optisch partout nicht zusammen.

Aber Ausrüstung muss nicht teuer sein und kann zudem auch gut aussehen, gerade wenn man zu Beginn nicht das nötige Budget hat, um alle Ausrüstung auf einmal zu kaufen. Insbesondere, da eine gute Airsoftwaffe zu Beginn wohl die größte Summe verschlingen wird.

Des Weiteren setze ich eine gescheite Schutzbrille voraus.

1. Einsteiger-Klasse:

Die Idee, zu Beginn gebrauchte Bekleidung zu kaufen, ist nicht falsch. Hier bekommt man für wenig Geld auch solide Sachen.

Die britische Armee hat ca. in 2010 auf das Tarnmuster „MTP“ (Multi terrain pattern) umgestellt, welches dem beliebten US-amerikanischen „Multicam“ äußerst ähnlich sieht. Feldjacke und Feldhose bekommt man schon ziemlich günstig.

Hinzu kommt ggf. ein Boonie (sog. Buschhut), der gegen Sonne, ein bisschen leichten Regen hilft und Treffer durch BBs ein klein wenig dämpft. Oder klassisch eine Baseballkappe (optimal in passendem Tarn).

Für den Hals empfiehlt sich ein Multifunktionstuch (Schlupfschal) in passender Farbe.

Apropos Farbe: Meines Erachtens harmoniert die Farbe „Tan“ (braunlich-sandfarben) besser zu MTP als „oliv“.

Genauso empfehlenswert ist festes Schuhwerk. Für den Anfang tun es auch vorhandene Wanderschuhe, wenn diese nicht grell-bunt sind.

Ein paar Handschuhe sind nützlich, wenn man sich abstützen oder festhalten muss, besonders an Stellen, die dreckig oder pieksig sind. (Einschub: Wann passt ein Handschuh? Ein Handschuh ist zu klein, wenn die Nähte an den Fingerspitzen beim Faustmachen drücken und das Bündchen oder der Handschuhabschluss nicht über den Handballen gehen. Zu groß ist er, wenn man den Handschuhstoff am Handballen ohne Daumen ein gutes Stück nach außen wegziehen kann.)

Damit man seine Ersatzmagazine nicht in der Hand tragen oder aus Hosentaschen fummeln muss, wünscht man sich spätestens ab dem zweiten Spieltag ein Tragesystem.

Für den Anfang bietet sich ein sog. Chestrig an. Der ist zum einen nicht allzu teuer und man muss sich zu Beginn auch keine Sorgen um die Konfiguration der Taschen machen, da der Chestrig schon die am häufigsten benutzten Taschen fest verbaut hat. Ein weiterer Vorteil ist, dass man den Chestrig gerne an warmen Sommertagen einer dicken Plattenträger-Weste vorzieht (und ihn somit später noch wiederverwenden kann).

Zu guter Letzt: Wer noch mehr Wert auf Schutz des Gesichtes legt, sollte eine Gesichts-Gittermaske kaufen. Hier gibt es mittlerweile Modelle, die mittig ein Gitter und seitlich gepolsterten Cordurastoff besitzen, so dass sie relativ angenehm zu tragen sind.

Sollte sich wer nicht mit MTP und Tan anfreunden können, so bekommt man genauso günstig britische Woodland-Ausführung, das heißt dann „DPM“ (Disruptive Pattern Material). Das DPM ergänzt man dann aber mit Oliv. (Oft „OD“ für „Olive Drab“ bezeichnet).

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2. Fortgeschrittene Klasse:

Hier gilt eigentlich grundsätzlich „Erlaubt ist, was gefällt“.

Vielleicht entscheidet man sich im Laufe seiner Anfängerkarriere für das Tarnmuster „Multicam“. Meines Erachtens gibt es hierzu am meisten Zubehör, Bekleidung und Ausrüstung.

Originalhersteller von Multicam ist die Firma „Crye Precision“, für die meisten Spieler jedoch einfach unerschwinglich.

Mittlerweile gibt es aber auch einige Hersteller von ordentlichen Klonen. Alles, was sich irgendwie G3 „schimpft“, leitet sich vom Schnittmuster der Crye Precision Gen. 3 Bekleidung ab. Beispielhaft sind die asiatischen Hersteller TMC, A-Two, FFI und Emersongear zu nennen, die akzeptable Kopien zu einem Bruchteil des Preises des Originals anbieten. 

Persönlich habe ich mich sehr an die in die Hose integrierten Kniepads gewöhnt, da diese beim Hinknien einfach bequemer sind. Separate Knieschoner sind entweder gerutscht oder haben mit ihren Bändern in der Kniekehle eingeschnitten.

Auch greift man nun zu einem Combatshirt, welches Feldjacke und Funktionsshirt vereint und somit besser unter einem Plattenträger (s.u.) zu tragen ist.

Um eine fortgeschrittene Ausrüstung auszubauen, entscheiden sich viele Spieler zu einem Plattenträger. Dieser ist eine Mischung aus Schutz- und Tragesystemweste. Beim Airsoft verwendet im Prinzip niemand Inlay-Platten mit echter ballistischer Schutzwirkung, da diese einfach nicht notwendig sind. Es werden eher einfache Schaumstoff-Dummies eingesetzt.

Schutzwesten gibt es ebenfalls eine Unmenge von Ausführungen. Am bekanntesten sind wohl die 6094 von LBT (London Bridge Trading) oder aber JPC (Jumpable Plate Carrier) und CPC (Cage Plate Carrier) von Crye Precision. Auch hier bieten asiatische Hersteller günstige Klone an. Diese nennen sich dann „94“ oder „Jungle Plate Carrier“. Für Airsoftzwecke reichen die Kopien völlig aus.

Von wirklich ganz billigen Westen würde ich jedoch abraten, da diese qualitativ minderwertig oder/und nicht farbecht zum Tarnmuster sind.

Plattenträger werden in der Regel ohne Taschen (Pouches) verkauft. Diese müssen separat gekauft werden und können über sog. „Molle-Schlaufen“ individuell am Platecarrier befestigt werden. (TIPP: Recherchiert nach „Molle weben“, denn die richtige Art der Befestigung erschließt sich nicht sofort!)

Im Prinzip muss man selbst herausfinden, welche Pouches man braucht und wo man diese an der Weste befestigt. Grundsätzlich sind aber die folgenden Taschen empfehlenswert: 

- Ausreichend Magazintaschen für die Langwaffe,

- 1-2 Magazintaschen für die Pistole (sog. „Backup“),

- Utilitypouch für mitgeführten Kleinkram (z.B. Warnweste),

- Erste-Hilfe-Tasche (IFAK = Individual First Aid Kit) für weiteren Kram (oder tatsächlich ein kleines Fahrrad-Erste-Hilfe-Set),

- Hydrationpouch (Trinkblase) für den Rücken oder ein Minirucksack-Panel mit Trinkblase,

- ggf. Funkgerätepouch (dazu später mehr).

Bei der Anordnung der Pouches sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass man die Taschen, die man am häufigsten braucht, auch gut erreichen kann.

Als nächstes kommt ein Helm in die Auswahl.

Auch hier sind richtige Helme mit ballistischer Schutzwirkung völlig unnötig und viel zu teuer. Zu Multicam passt eigentlich ein Helm-Dummy aus der FAST-Reihe. Sei es jetzt die Ausführung „Maritime“ (für Marinesoldaten entworfen), „PJ“ (Parajumper, mit Löchern in der Decke, damit man sie zum Fallschirmsprung anziehen kann), oder der relativ neumodische „Airframe“. Die Entscheidung bleibt jedem selbst überlassen.

(Anmerkung: Beim PJ regnet es halt von oben rein, beim Airframe kann einem der Regen beim Kartenlesen auf den Kopf laufen).

Persönlich finde ich einen passenden Helmbezug edler, es gibt aber auch schon Ausführungen in passendem Tarnmuster lackiert.

Helme der MICH-Reihe sind schon etwas älter, dafür aber herrlich „old-school“. 

Da es auf vielen Spielfeldern eine Backup-Pflicht (für kurze Distanzen) gibt, braucht man auch ein passendes Holster.

Persönlich bevorzuge ich Hartschalenholster, da mir softe Universalholster in der Regel zu wabbelig sind.

Originale von IMI sind schon relativ erschwinglich, oft tut es aber auch ein China-Klon eines Blackhawk-Holsters. Wichtig ist nur, die richtige Ausführung für sein Pistolen-Modell auszuwählen.

Ob man das Holster hoch am Gürtel, mit „Lowrider“-Adapter etwas absenkt oder per Beinplatte am Oberschenkel trägt, ist jedem al gusto selbst überlassen. (Oben am Gürtel muss man nur austesten, dass man seine Backup nicht gegen eine Tasche der Weste zieht.)

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3. Der nächste Schritt (Fortgeschritten 2):

Hier lassen sich nun Feinheiten verbessern und zusätzliche Ausrüstung in den vorhandenen Grundstock ergänzen. 

Jetzt wird es Zeit, seine alten Wanderstiefel gegen ein paar Militär-Boots auszutauschen. Hier lohnt es sich auf Dauer, in ein hochwertiges Paar zu investieren, denn nichts nervt mehr als schmerzende Füße, wenn man beispielsweise auf einem mehrtägigen Event ist.

Wer ein gutes Budget hat, kann auch über Stiefel mit Nässeschutz-Membran nachdenken, denn über eine nasse Wiese zu laufen ist beinahe wie durch einen Bach zu gehen.

Beispielhaft genannte Hersteller wie Lowa, Haix, Merrell, aber auch Meindl oder Salomon bieten Einsatzstiefel in passenden Farben an oder Outdoorstiefel, die von realen Einheiten verwendet werden.

Es kommt vielleicht der Zeitpunkt, an dem ihr euch einem Team anschließen werdet und diese im Spiel Funk zur Kommunikation benutzen.

Hier möchte ich auf den rechtlichen Rahmen wirklich nur ganz kurz eingehen, wer mehr wissen will, sollte sich zusätzlich informieren. In Deutschland sind für Privatleute die PMR-Kanäle frei nutzbar, ein Gerät darf nicht mehr als 500mA Sendeleistung besitzen und darf keine wechselbare Antenne haben. Bei Herstellern wie Midland oder Motorola bekommt man günstige PMR-Funkgeräte, die qualitativ nicht überragend, aber für Airsoft ausreichend sind. Persönlich rate ich von UHF/VHF-Geräten wie z.B. dem Baofeng UV-5R ab, da diese zwar gekauft und besessen werden dürfen, deren Betrieb in D aber illegal ist.

Zum Sprechen und Hören bietet sich ein Headset an, welches man mittels Rail-Adaptern sogar am Helm befestigen kann.

Auch hier tun es für das Hobby günstige Varianten von Earmor oder China-Klone des Peltor Comtac, von z-tactical. (Wobei man nie mehr ein Original Peltor missen möchte, wenn man mal „Profi-Luft“ geschnuppert hat.)

Hierfür benötigt man eine passende PTT (Push-to-talk = Sprechtaste). Bitte beachtet die verschiedenen Anschlüsse der Funkgeräte-Hersteller. Die PTT kann man dann vorn an der Weste befestigen.

Viele Spieler bevorzugen das Tragen eines Battlebelts, an dem Holster und Pistolenmagazin-Taschen befestigt werden. Dieser wird über dem normalen Hosengürtel getragen. Der Vorteil dabei ist, dass man schnell einen Teil seiner Ausrüstung ablegen kann. 

4. Erlaubt ist, was gefällt

Eine Ausrüstung lässt sich auch in Richtung eines PMC (Private Military Contractor = Söldner) zusammenstellen.

Hier bedienen wir uns einer Combathose ohne Muster, z.B. in der Farbe Ranger Green. Als Oberteil nimmt man ein Holzfällerhemd oder neuerdings ein Combatshirt in Holzfäller-Optik.

Es bietet sich ein unifarbener Platecarrier an, z.B. ein Nachbau eines LBT 6094.

Gescheite Handschuhe (z.B. Mechanix Wear) und beige Stiefel runden das Bild ab.

Eine Baseballkappe und ein Comtac-Klon mit Bügel und schon ist eine alternative Ausrüstung zusammen.

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5. Non-Battle-Display

Hierbei sucht man sich eine Armee, bzw, Einheit raus, deren Equipment man zusammenstellt. Beim „Non-Battle-Display“ können dabei auch Repros verwendet werden oder auch mal Ausrüstungsteile, die so nicht im realen Einsatz waren.

Wichtig ist aber, dass das Gesamtbild stimmig ist.

Das Internet ist voll von Referenzbildern, an denen man sich orientieren kann.

Entscheidet man sich beispielsweise für eine Ausrüstung der US Navy Seals, so sucht man zunächst nach G3-Style Bekleidung im Tarnmuster „AOR1“.

Als Platecarrier könnte ein 6094-Style PC z.B. vom Semapogear oder ein CPC-Style von TMC in Betracht kommen, natürlich mit verschiedenen Pouches im passenden Tarn.

 

Beim Helm nehmen wir beispielsweise einen FAST „Maritime“.

Dieser ist mit einem Nachbau eines HEL-Star Tactical Light versehen und trägt diverse Patches: Blutgruppe und amerikanische Flaggen (bei letzteren gilt „Stars to the front“, so dass man für die rechte Seite sog. „reversed“ Flaggen nimmt.)

Vorn ist ein Nachbau einer Mount für ein Nachtsichtgerät montiert.

Bei den Handschuhen habe ich mich für Oakley Factory Pilot entschieden (die hatte ich noch). 

Des Weiteren kommt ein reines Dummy eines PRC-148 MBITR Militärfunkgerätes zum Einsatz, welches in der Innentasche der seitlichen Weste (dem Cummerbund) steckt. Das Funkgerät ist ein reines Plastikgehäuse ohne jegliche Funktion und die Faltantenne auf dem Rücken ebenfalls ein billiger Nachbau.

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6. Ausrüstung am Hochreck, der „Profi“

 

Gut betuchte Spieler mit königlichem Budget hält eigentlich nichts davon ab, sich Originalausrüstung zu kaufen. 

Schluss mit billigen Repros! Trage das kleine schwarze Bändchen mit „Crye Precision“ auf deiner Ausrüstung mit Stolz! ;)

Für eine originale Gen 3 Combathose von „Crye“ lässt sich gut mal 300 Euro hinblättern. Original-Plattenträger gleich 500-700 Euro und mehr. (wohlgemerkt ohne Pouches)

Etwas günstiger wird es, wenn man gute gebrauchte Originale in einschlägigen Foren oder Facebook-Gruppen ergattern kann.

Gute Nachtsichtgeräte kosten ab 3.000 Euro (für Monokulare) bis hin zu 10.000 Euro (für Binokulare).

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7. Battle Display (der „Endgegner“)

Auch hier gilt es, die Ausrüstung einer real existierenden Einheit (z.B. Navy Seals, Delta Force, Bundeswehr KSK) nachzustellen. Im Gegensatz zum Non-Battle-Display sind aber keine Abweichungen und Repros erlaubt. Selbst die Airsoftwaffe wird weitestgehend mit Original-Anbauteilen bestückt.

Battle Display beginnt also mit einer ausgiebigen Recherche und der Suche nach Bildnachweisen. Danach folgt eigentlich die Jagd nach stellenweise begehrten Ausrüstungsteilen.

Abgrenzung zu Reenactment: Grundsätzlich gibt es enorme Überschneidungen. Reenactment ist im Hauptaugenmerk das Nachstellen von historischen Ereignissen. (Beispiel US-amerikanische Ausrüstung aus dem 2. Weltkrieg während D-Day)

So und nun die gute Nachricht:

Wer auf US-amerikanische Spezialeinheiten verzichten kann und relativ „normale“ Einheiten darstellen möchte, muss nicht ganz so tief in den Geldbeutel greifen.

Vergleichsweise günstig kann man sich beim Battle Display einer britischen Einheit eindecken: Eine originale Osprey Mk4 Schutzweste bekommt man schon ab 50 Euro, einen originalen Mk7-Helm ab ca 70 Euro. 

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Epilog:

Ich hoffe euch hat der kleine Einblick gefallen und er ist einigermaßen verständlich.

Sicherlich ist es nachvollziehbar, dass ich nicht detailliert auf alle Einzelheiten eingehen kann, denn das würde den Rahmen komplett sprengen. (Damit kann man ganze Bücher füllen)

Vielleicht ist es ja für den ein oder anderen eine Anregung, zu einem bestimmten Thema tiefer zu recherchieren.

Euer Callsign_Tiger

 

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